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Internationales Versicherungsprogramm

Behälter und Hallenbau der Biomethananlage Nivala unter blauem Himmel

Finnlands größte Biogasanlage in Nivala

Versicherungsschutz vom Transport bis zur Inbetriebnahme – über Ländergrenzen hinweg

Substratverarbeitung pro Jahr – bis zu
600.000 t
Geplante Bio-LNG-Produktion pro Tag
36 t
Geplante Produktion von verflüssigtem biogenem CO₂ pro Tag
77 t

Die Kennzahlen beschreiben die geplante Auslegung der Anlage gemäß Projektunterlage.

Ein anspruchsvolles Bioenergieprojekt in Finnland

Im finnischen Nivala entsteht eine groß dimensionierte Biomethananlage, die moderne Verfahrenstechnik mit einer konsequenten Nutzung biologischer Reststoffe verbindet. Das von bioconstruct realisierte Projekt ist auf die Verarbeitung von jährlich bis zu 600.000 Tonnen Substraten ausgelegt, überwiegend Abfall- und Reststoffen aus Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung.

Vorgesehen ist eine tägliche Produktion von rund 36 Tonnen Bio-LNG sowie etwa 77 Tonnen verflüssigtem biogenem CO₂ in Lebensmittelqualität. Beide Produkte sollen in flüssiger Form per Lkw abtransportiert werden. Gasaufbereitung, Verflüssigung und Wärmerückgewinnung sind dabei Bestandteile eines eng verzahnten technischen Gesamtsystems.

Wir begleiten dieses Projekt im Rahmen eines internationalen Versicherungsprogramms. Unsere Aufgabe ist es, die Risiken entlang der Projektkette zu erfassen und die unterschiedlichen Deckungsbausteine für Transport, Errichtung und einen möglichen verzögerten Betriebsbeginn aufeinander abzustimmen.

Gründungsarbeiten und Baustellenbetrieb im Schnee am Projektstandort Nivala
Gründungsarbeiten unter winterlichen Bedingungen

Technik und Bauabläufe unter besonderen Bedingungen

Das Projekt stellt hohe Anforderungen an Planung, Logistik und Bauausführung. Zur Anlage gehören unter anderem acht rund 25 Meter hohe Stahltanks mit jeweils etwa 9.500 Kubikmetern Volumen. Zwei parallele Vergärungslinien ermöglichen die Verarbeitung unterschiedlicher fester und flüssiger Einsatzstoffe.

Die Prozessführung ist thermophil bei etwa 50 bis 52 °C vorgesehen. Gleichzeitig muss das technische Konzept Außentemperaturen bis zu −40 °C berücksichtigen. Isolierte und aktiv beheizte Rohrleitungen, Wärmerückgewinnung und redundant ausgelegte Heizsysteme spielen deshalb eine wichtige Rolle.

Für uns gehören diese technischen Zusammenhänge zur Risikobewertung. Entscheidend ist, welche Komponenten für den Projektfortschritt kritisch sind, wie lange Reparatur oder Ersatz dauern können und welche Auswirkungen ein Schaden auf nachfolgende Arbeiten und die geplante Inbetriebnahme hätte.

Ein internationales Programm mit abgestimmten Deckungsbausteinen

Bei einem internationalen Anlagenprojekt müssen technische Risiken, Transportabläufe und vertragliche Verpflichtungen gemeinsam betrachtet werden. Einzelne Policen allein schaffen noch keinen durchgängigen Überblick über die Schnittstellen zwischen Lieferanten, Projektpartnern und Versicherern.

Wir installieren für das Projekt eine Transport- und Transport-Betriebsunterbrechungsversicherung sowie eine Montage- und Montage-Betriebsunterbrechungsversicherung. Ergänzend werden weitere Pönaldeckungen in das internationale Versicherungsprogramm eingebunden.

Dabei stimmen wir versicherte Interessen, Projektphasen, Versicherungssummen, Selbstbehalte und vereinbarte Deckungsauslöser aufeinander ab. Der Übergang zwischen Transport, Lagerung, Montage und Inbetriebnahme ist ein wesentlicher Teil dieser Arbeit.

Unsere Absicherung entlang der Projektphasen

Transportversicherung
Technische Aggregate, Anlagenkomponenten und Materialien müssen sicher zum Projektstandort gelangen. Mit der Transportversicherung sichern wir die vereinbarten Gütertransporte gegen versicherte Sachschäden ab und berücksichtigen dabei die vorgesehenen Transportwege und Schnittstellen.
Transport-Betriebsunterbrechungsversicherung
Ein Schaden während des Transports kann mehr als eine Ersatzlieferung erforderlich machen. Verzögert sich dadurch die geplante Inbetriebnahme, können wirtschaftliche Folgeschäden entstehen. Die Transport-Betriebsunterbrechungsversicherung ergänzt den Sachschutz um die hierfür vereinbarte Absicherung eines verzögerten Betriebsbeginns infolge eines versicherten Transportschadens.
Montageversicherung
Während Errichtung, Montage, Erprobung und Inbetriebnahme treffen unterschiedliche Gewerke und technische Systeme aufeinander. Die Montageversicherung bildet den vereinbarten Sachschutz für diese Projektphase ab. Wir stimmen Umfang, versicherte Leistungen und Schnittstellen auf das konkrete Vorhaben ab.
Montage-Betriebsunterbrechungsversicherung
Auch ein versicherter Montageschaden kann die Fertigstellung und den vorgesehenen Produktionsbeginn verschieben. Mit der Montage-Betriebsunterbrechungsversicherung berücksichtigen wir die daraus entstehenden wirtschaftlichen Folgen im vereinbarten Umfang. Dabei sind insbesondere der geplante Betriebsbeginn, die Ausfallzeiten und die versicherten Ertragspositionen aufeinander abzustimmen.
Ergänzende Pönaldeckungen
Zusätzlich integrieren wir projektspezifische Deckungen für vertraglich vereinbarte Pönalrisiken. Welche Vertragsstrafen, Ursachen und Auslöser erfasst werden, wird gezielt mit den Versicherern vereinbart. So werden die versicherbaren vertraglichen Verpflichtungen in das Gesamtkonzept eingebunden.

Risiken verstehen
Projektfortschritt absichern

Unsere Begleitung verbindet technisches Verständnis mit der Koordination eines internationalen Versicherungsprogramms. Wir behalten die Entwicklung des Projekts im Blick, stimmen Veränderungen mit den Beteiligten ab und unterstützen unseren Kunden bei versicherungsrelevanten Fragestellungen.

Kommt es zu einem Schaden, begleiten wir die Kommunikation mit Versicherern und Sachverständigen. Dabei betrachten wir sowohl die Wiederherstellung der betroffenen Komponenten als auch die Auswirkungen auf den weiteren Projektverlauf.

Das Projekt in Nivala zeigt, weshalb anspruchsvolle Energievorhaben eine Absicherung benötigen, die von Anfang an im Zusammenhang gedacht wird.

Transport absichern. Montage begleiten. Wirtschaftliche Folgen im Blick behalten.

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